Über das Projekt
Zwarts & Jansma Architects entwarf ein neues Dach, das wie eine Jacke oder ein Regenschirm um das gesamte Stadion gelegt werden sollte und über eine eigene Tragstruktur verfügt, um das bestehende Gebäude nicht zu stark zu belasten. Besonderer Wert wurde auf die optimale Nutzung des Raums im Inneren des Stadions gelegt, sodass das Dach deutlich weiter in das Stadion hineinragen musste und so besseren Schutz vor Regen und Wind bietet.
ASK Romein errichtete das neue Dach für das AFAS-Stadion in Zusammenarbeit mit BAM Bouwtechniek Construction technology und war verantwortlich für die Planung, Produktion, Konservierung und Montage der gesamten Stahlstruktur.
Aufgrund seiner Größe und der äußerst komplexen Konstruktion musste das Bauwerk auch sehr widerstandsfähig gegen Wind und Wetter sein.
Das Herzstück des Bauwerks ist der 600 Tonnen schwere und 170 Meter lange Fachwerkträger – eine enorme Bogenkonstruktion, die die Molenaar-Tribüne überspannt und als deren Dach dient.

Wir nennen es den Megaträger. Er überspannt die gesamte Feldlänge und darüber hinaus. Es war wirklich eine Herausforderung, eine Struktur zu schaffen, die so weit über die bestehende Konstruktion hinausreicht und dennoch eigenständig standhält.

Alexander van Beelen
Tragwerksplaner – ASK ROMEIN
Niederlande
Die Struktur wurde von zwei gigantischen Raupenkranen, die eigens aus Frankreich herbeigeschafft und vor Ort aufgebaut werden mussten, geschickt an ihren Platz gehoben. Für die Gegengewichte der 600 Tonnen Stahl waren bis zu 100 Lastwagen erforderlich, um die große Anzahl der benötigten Teile zu liefern.
Der Mega-Fachwerkträger besteht aus kreisförmigen Hohlprofilen, und seine Verbindungen sind teils geschweißt, teils geschraubt.

Wir haben alle Kräfte direkt aus SCIA Engineer in IDEA StatiCa Connection exportiert, um unsere detaillierten Berechnungen durchzuführen. Und das hat sehr gut funktioniert. Besonders wenn man viele angeschlossene Träger mit vielen verschiedenen Kräften hat, ist ein direkter Export sehr hilfreich.

Alexander van Beelen
Tragwerksplaner – ASK ROMEIN
Niederlande
Ingenieurtechnische Herausforderungen
Wie man sich vorstellen kann, war der Mega-Fachwerkträger die größte Herausforderung des Projekts. Die Auflager an seinen Enden waren unterschiedlich ausgeführt – auf einer Seite waren sie fest gelagert, auf der anderen Seite fest und gleitend gelagert, was eine schwierige Situation darstellte, die IDEA StatiCa sowie einige Handberechnungen erforderte.
Eine weitere große Herausforderung bestand darin, dass die Struktur in der Lage sein musste, sich zu bewegen und die Bewegungen der verschiedenen Dächer aufzunehmen.
Da das Dach eine sehr große Spannweite hatte und über der bestehenden Struktur errichtet wurde, waren die Verformungen erheblich. Zudem mussten die verschiedenen Gebäudeteile in der Lage sein, sich unabhängig voneinander zu bewegen. Das war eine echte Herausforderung bei diesem Projekt. Wir haben IDEA StatiCa eingesetzt, um dies zu erreichen.

Alexander van Beelen
Tragwerksplaner – ASK ROMEIN
Niederlande
Es wurden verschiedene kreative Gleitlager für Verschiebungen in zwei Richtungen entwickelt, die gleichzeitig Zugkräfte zur Verhinderung eines progressiven Kollaps aufnehmen können. Die Verbindungen mussten in der Lage sein, sich frei zu verschieben – in einigen Fällen bis zu 250 Millimeter in beide Richtungen. Das entspricht einem halben Meter Gleitweg zuzüglich Toleranzen.

Das Team verwendete Gummipuffer und ein spezielles Schmiermittel auf der Gleitplatte jedes Trägers, damit diese sich in zwei Richtungen frei bewegen konnten. In einem Fall wurde ein „Krokodilmaul"-Design entwickelt, bei dem ein Träger sich in eine Richtung und der zweite Träger in eine andere Richtung bewegen konnte, ohne den jeweils anderen mitzuziehen.
Alle Details wurden in IDEA StatiCa Connection an verschiedenen Positionen des Gleitwegs überprüft.
Aufgrund des sehr engen Zeitplans erfolgten die Bemessung und die Detailberechnungen nahezu gleichzeitig. Jedes Mal, wenn sich etwas an der Bemessung änderte, mussten wir die Detailberechnungen und Zeichnungen anpassen. IDEA StatiCa war dabei wirklich hilfreich, denn man kann einfach die neuen Kräfte importieren und neu berechnen. Man muss nichts weiter ändern.

Alexander van Beelen
Tragwerksplaner – ASK ROMEIN
Niederlande
Lösungen und Ergebnisse
Rund 2.500 Tonnen Stahl wurden geplant, produziert, konserviert und montiert, um das neue Dach zu errichten. Und nach nur einem Jahr von der Planung bis zur Fertigstellung ist das AFAS-Stadion vollständig und wieder für Zuschauer geöffnet.
Tatsächlich bietet es nun fast 2.500 zusätzliche Zuschauerplätze, da das neue Dach höher ist und auf allen Seiten vier Meter weiter in das Stadion hineinragt, wodurch mehr Plätze näher am Spielfeld und vor Witterungseinflüssen geschützt sind. Die Lichtmasten wurden durch nachhaltige LED-Beleuchtung ersetzt, die elegant in die Dachkante integriert wurde.
Das renovierte Stadion wirkt nun größer und markanter. Von weitem betrachtet stärkt der beeindruckende Rückgrat des riesigen strahlend weißen Trägers auf der Südwestseite die Identität des AFAS-Stadions, und die Kranausleger verleihen der imposanten Struktur noch mehr Kraft und Ausstrahlung.
Über ASK Romein
ASK Romein wurde im Jahr 2000 gegründet und ist eine Unternehmensgruppe im Baubereich mit Niederlassungen in Belgien und den Niederlanden. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Stahl-, Industrie-, Offshore-, Brücken- und schlüsselfertige Konstruktionen.
Dank ihrer technischen Expertise und Investitionen in ergänzende Bautätigkeiten plant und realisiert das Team von ASK Romein alle Arten von Bauprojekten für Kunden weltweit.
Das Unternehmen gewann die Kategorie Infrastruktur, Industrie- & Freizeitbauten bei den IDEA StatiCa Excellence Awards 2021 mit dem Projekt EDGE Amsterdam West.
Erfahren Sie, was der Ingenieur über das Projekt sagt
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